Gehst du abends immer wieder viel zu spät ins Bett, obwohl dein Körper längst nach mehr Schlaf verlangt?

Trinkst du das erste Glas Wasser erst am Nachmittag, obwohl sich deine Handinnenflächen schon trocken anfühlen? Schiebst du den Gang zur Toilette auf, weil noch eine Aufgabe dazwischen liegt?

Das sind kleine Formen von Selbstmisshandlung im Alltag, die du kaum bemerkst. In diesem Beitrag beantworte ich dir: Was ist Selbstmisshandlung, woher kommt der Drang, dich selbst zu bestrafen, und wie beruhigst du die inneren Anteile dahinter mit dem Emotion Code.

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Was ist Selbstmisshandlung? Deine Wut gegen dich selbst verstehen

Kurz gesagt: Selbstmisshandlung ist im Emotion Code eine eingeschlossene Emotion, mit der du deine eigenen Grundbedürfnisse übergehst, dich bestrafst oder dich verletzt. Das reicht von der verschobenen Pause bis zu größeren Formen. Im Emotion Code ist diese Emotion der Lunge und dem Dickdarm zugeordnet.

Der Emotion Code ist eine Methode von Dr. Bradley Nelson, die mit einer Tabelle aus sechzig Emotionen arbeitet. Jede Reihe dieser Tabelle gehört zu bestimmten Organen. Selbstmisshandlung sitzt in der Reihe von Lunge und Dickdarm.

Diese Zuordnung heißt: Wenn sich diese Emotion als energetische Ladung in deinem Körper festsetzt, zeigt sie sich oft im Bereich von Atmung und Ausscheidung. Du atmest flacher, hältst die Luft an, oder dein Darm meldet sich mit Druck.

Merkst du, dass du dich selbst ständig hintanstellst? Genau darum geht es bei der Frage: Was ist Selbstmisshandlung wirklich, jenseits der großen, sichtbaren Formen.

Was sind die Ursachen für emotionale Wut gegen sich selbst?

Stell dir vor, in dir lebt ein innerer Anteil, der dich einmal vor einem größeren Schmerz schützen wollte. Vielleicht warst du als Kind still, um keinen Streit auszulösen. Vielleicht hast du deine Bedürfnisse zurückgestellt, damit jemand dich mochte.

Dieser Anteil hat damals eine echte Aufgabe erfüllt. Er hat dich vor Ablehnung oder vor Zurückweisung bewahrt. Die Wut gegen dich selbst war ursprünglich ein Schutz.

Nur ist diese Schutzbewegung mit der Zeit aus dem Ruder gelaufen. Der Anteil richtet die alte Härte heute gegen dich, obwohl die Gefahr von früher längst vorbei ist. Er bestraft dich, damit du dich klein hältst und bloß nicht wieder anecken musst.

Kommt dir das bekannt vor? Ja, mir ging es ähnlich. Es gab eine Zeit, da habe ich mich angetrieben und gar nicht bemerkt, wie müde ich eigentlich war. Ich war schneller gereizt, innerlich angespannt, und ich habe meine eigenen Signale übergangen.

Wie nennt man Aggression gegen sich selbst?

Aggression, die sich gegen die eigene Person richtet, wird als Autoaggression bezeichnet. Der Begriff meint jede Form, in der du dich selbst angreifst, mit Worten, mit Gedanken oder mit Handlungen.

Für mich ist Autoaggression kein Fehler in dir. Es ist ein innerer Anteil, der aufgebracht ist und der glaubt, dich mit Härte auf Kurs halten zu müssen.

Wie klingt dieser Anteil bei dir? Sagt eine Stimme in dir »stell dich nicht so an« oder »du bist zu langsam«? Genau diese innere Stimme trägt die alte Ladung, die im Emotion Code gelöst werden kann.

Was ist Selbstmisshandlung

Selbstmisshandlung zeigt sich als innerer Anteil, der dich einmal schützen wollte, und als Weg zurück zu dir selbst.

Was sind Anzeichen für Selbstverletzung?

Wenn du an Selbstverletzung denkst, hast du vielleicht sofort das Ritzen im Kopf. Das ist eine der größten und deutlichsten Formen. Bei starken oder anhaltenden Impulsen dieser Art lass das bitte ärztlich abklären.

Viel häufiger zeigt sich Selbstmisshandlung jedoch in ganz kleinen, alltäglichen Handlungen, die du kaum als Verletzung wahrnimmst.

Die kleinen Anzeichen im Alltag

Erkennst du dich in einem dieser Punkte wieder?

  • Keine Pause machen, obwohl dein Rücken hart ist und deine Augen brennen.
  • Nicht auf die Toilette gehen, obwohl der Druck längst da ist und du ihn wegdrückst.
  • Zu spät etwas trinken, obwohl sich die Haut an deinen Handinnenflächen schon trocken anfühlt.
  • Viel zu spät ins Bett gehen, obwohl du genau spürst, dass du mehr Schlaf brauchst.

Diese Handlungen wirken winzig. In der Summe übergehst du damit jeden Tag deine eigenen Grundbedürfnisse.

Woran du die innere Härte spürst

Neben den Handlungen zeigt sich Selbstmisshandlung auch als Gefühl. Achte einmal auf diese Signale:

  • Du sprichst innerlich hart mit dir, sobald dir etwas nicht gelingt.
  • Du gönnst dir Ruhe erst, wenn alles andere erledigt ist.
  • Du fühlst dich schuldig, sobald du an dich selbst denkst.

Diese kleinen Übergehungen hinterlassen etwas in deinem Körper. Wie eine unverarbeitete Anspannung im Gewebe bleibt und sich später über Druck im Bauch meldet, beschreibe ich dir im Beitrag über eingeschlossene Emotionen, die eng mit der Selbstmisshandlung zusammenhängen.

Was ist Selbstbestrafung in der Psychologie?

In der Psychologie wird Selbstbestrafung als ein Verhalten beschrieben, mit dem sich jemand für einen empfundenen Fehler bestraft. Ich schaue lieber tiefer, hinter dieses Verhalten.

Für mich ist Selbstbestrafung das Werk eines inneren Anteils. Dieser Anteil bestraft dich, damit ein alter Schmerz nicht noch einmal so groß wird wie damals.

Er denkt in einer kindlichen Logik: »Wenn ich mich selbst hart anfasse, kann mir von außen niemand mehr wehtun.« Diese Logik ist aus dem Ruder gelaufen, und heute schadet sie dir mehr, als sie dich schützt.

Was wäre, wenn dieser Anteil einfach nur gehört werden möchte? Im Emotion Code darf die aufgebrachte Emotion dahinter zur Ruhe kommen, statt weiter gegen dich zu arbeiten.

Woher kommt der Drang zur Selbstzerstörung?

Der Drang zur Selbstzerstörung entsteht selten aus dem Nichts. Er wächst aus einem Anteil, der irgendwann eine überwältigende Situation nicht anders lösen konnte.

Damals war die Härte gegen dich selbst ein Ausweg. Sie gab dir das Gefühl, wenigstens etwas unter Kontrolle zu haben, als alles andere außer Kontrolle geriet.

Heute läuft dieser Schutz ins Leere. Der Anteil zerstört, was du dir aufbaust, weil er noch immer glaubt, dich vor einer größeren Enttäuschung bewahren zu müssen.

Spürst du diesen Drang in dir? Dann ist das kein Zeichen, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es ist ein Anteil, dessen alte Ladung sich mit dem Emotion Code beruhigen lässt.

Wie kann ich aufhören, wütend auf mich selbst zu sein?

Der erste Schritt ist nicht, gegen die Wut anzukämpfen. Der erste Schritt ist, den Anteil dahinter zu würdigen, der dich einmal beschützen wollte.

Mit dem Emotion Code gehen wir dann behutsam in vier Bewegungen vor:

  1. Wahrnehmen, in welchem Moment du dich selbst übergehst, etwa bei der verschobenen Pause.
  2. Benennen, welche Emotion dahinter steckt, oft Selbstmisshandlung, Wut oder Schuld.
  3. Den Anteil würdigen, der diese Emotion einmal als Schutz gebraucht hat.
  4. Die eingeschlossene Emotion lösen, damit die alte Ladung deinen Körper verlassen kann.

Was verändert sich dadurch? Du gönnst dir die Pause wieder, ohne ein schlechtes Gewissen. Du trinkst, wenn du Durst hast. Du gehst schlafen, wenn dein Körper müde ist.

Genau diese kleinen, freundlichen Handlungen dir selbst gegenüber sind das Gegenteil von Selbstmisshandlung. Sie zeigen deinem Nervensystem, dass die Gefahr von früher vorbei ist.

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Häufige Fragen zu Selbstmisshandlung

Ist Selbstmisshandlung dasselbe wie Selbstverletzung?
Selbstverletzung ist eine sichtbare, körperliche Form, zum Beispiel das Ritzen. Selbstmisshandlung ist der größere Rahmen und beginnt viel früher. Schon wenn du keine Pause machst, nicht rechtzeitig trinkst oder viel zu spät schlafen gehst, übergehst du deine Grundbedürfnisse. Im Emotion Code ist Selbstmisshandlung außerdem eine eigene Emotion, die der Lunge und dem Dickdarm zugeordnet ist.
Welchem Organ ist Selbstmisshandlung im Emotion Code zugeordnet?
Im Emotion Code gehört die Emotion Selbstmisshandlung zur Reihe von Lunge und Dickdarm. Setzt sich diese Emotion als energetische Ladung im Körper fest, zeigt sie sich oft im Bereich von Atmung und Ausscheidung. Du atmest dann flacher, oder dein Darm meldet sich mit Druck und Anspannung.
Was ist Selbstbestrafung aus Sicht der inneren Anteile?
Selbstbestrafung ist aus dieser Sicht das Werk eines inneren Anteils, der dich einmal vor einem größeren Schmerz schützen wollte. Diese Schutzbewegung ist aus dem Ruder gelaufen, und heute bestraft der Anteil dich selbst, damit der alte Schmerz nicht wiederkommt. Im Emotion Code darf die aufgebrachte Emotion dahinter zur Ruhe kommen.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt. Weitere Informationen findest du unter Medizinischer Disclaimer.